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Stand: 06.07.2016

Pressemitteilung

Großes Lob für Wohlfühl-Atmosphäre

Mitarbeiter und Bewohner in Heilig GeistNahmen das 25-jährige Bestehen von Heilig Geist zum Anlass, sich über Veränderungen in der Zeit auszutauschen: Bewohner Gerhard Will (links) und Anneliese Baumeister (dritte von links) sowie die Mitarbeiterinnen Marliese Nachbaue (zweite von links) und Sigrun Sauter.Stefan Tresch / Caritasverband fürdie Diözese Speyer

25 Jahre ist das Altenzentrum Heilig Geist in Frankenthal nun in der Rheinstraße ansässig. Es gibt sie noch, Mitarbeiter, die sich noch an das alte Haus in der Carl-Theodor-Straße erinnern können. Die 65-jährige Altenpflegerin Marliese Nachbauer, trotz Ruhestand weiter aktiv,  gehört dazu. Anneliese Baumeister, 95 Jahre, und Gerhard Will mit seinen 80 Jahren leben erst seit eineinhalb beziehungsweise zwei Jahren in Heilig Geist. Doch die beiden haben Führungserfahrung im neuen Haus, sind sie doch im Vorstand des Heimbeirates. Sozialarbeiterin Sigrun Sauter und Heimleiter Florian Kutschke-Käß erzählen die von ihnen im Laufe ihres beruflichen Daseins erlebten Veränderungen im Caritas-Altenzentrum Heilig Geist.

 "Die Pflege war früher hart"

Vor allem die Arbeitsbedingungen haben sich im Lauf der Zeit verbessert, weiß Altenpflegerin Marliese Nachbauer. Die 65-Jährige weiß noch genau, was Pflege im alten Haus in Frankenthal bedeutete. "Die Badewannen waren in den Boden eingelassen. Da hat es schon einmal drei Leute gebraucht, um die Senioren wieder aus dem Bad herauszuziehen. Duschen hat es nicht gegeben, Nasszellen waren nicht im Zimmer." Es habe einen großen Sanitärraum gegeben und die Toiletten seien auf dem Gang gewesen, erzählt Nachbauer.

Heute undenkbar: Die Senioren durften ihr eigenes Bett mitbringen - mit entsprechenden Nachteilen für die Pflegenden. Alleine die vorhandenen Pflegebetten auf ein anderes Niveau zu heben, sei oft eine schwierige Arbeit gewesen, die in die Beine ging. Die Bewohner hätten sich im Laufe der Zeit verändert, weiß Nachbauer. Im alten Haus hätten viele Senioren einen großen Wert auf schickes Aussehen gelegt: Die Männer wollten mit Anzug, weißem Hemd und Schlips gekleidet werden. Heute seien die Bewohner auch schick, aber viel legerer gekleidet, was die Arbeit des Pflegepersonals erleichtere. Senioren würden sich äußern, wenn sie schlecht behandelt werden. Zu Recht, sagt Nachbauer. Im alten Haus hätten die Bewohner dagegen nichts gesagt, zeigt die Pflegekraft weitere Veränderungen auf.

"Die Pflege war früher hart. Einen Fahrstuhl gab es im alten Haus noch nicht. Alle mussten Treppen laufen. Hilfsgeräte seien kaum vorhanden gewesen" Trotzdem habe sie früher auch einmal Zeit gehabt, mit den Leuten in den Park zu gehen. Heute sei die Altenpflege mehr aufgeteilt. Die Pfleger seien als Spezialisten  nur mit der Pflege ausgelastet. Der Kontakt zum Menschen gehe dadurch etwas verloren, bedauert Nachbauer. Diesen Kontakt versuchen nun die Alltagsbegleiter aufzubauen.

Mitarbeiterin Marliese Nachbauer bei der DokumentationSchon lange mit Heilig Geist verbunden: Mitarbeiterin Marliese Nachbauer bei der Dokumentation. Stefan Tresch / Caritasverband für die Diözese Speyer

Die Dokumentation der Pflege habe noch eher eine untergeordnete Rolle gespielt, erzählt Marliese Nachbauer. In jedem Stockwerk habe es ein Stationszimmer mit einem großen Buch gegeben. Dort sei dann oft reingeschrieben worden: "War nichts", sagt Nachbauer und lacht. Heute dagegen komme es den Pflegekräften mitunter so vor, als sei die Dokumentation wichtiger als die Arbeit am Menschen selbst. Beim Einzug ins neue Haus gab es den ersten Computer: "Ein Riesending", so Nachbauer. Dass die Zivildienstleistenden zwischenzeitlich weggefallen seien, das merke man in der Pflege. "Mit mehr Personal wäre Pflege und Dokumentation besser vereinbar", sagt Nachbauer.

Beim Pflegepersonal habe sich ebenfalls einiges geändert. Sprachliche Barrieren sorgten hier und da für Missverständnisse. Auch die Altenhilfe sei inzwischen eben multikulturell. Rund 15 Nationalitäten arbeiten laut Heimleiter Florian Kutschke-Käß in Heilig Geist. Trotzdem sei das Zusammenleben wie in einer großen Familie. "Für mich war es wie eine Heimat", sagt Nachbauer. In nun 25 Jahren hat sie gerade einmal drei Heimleiter erlebt. Auch das spreche für eine gewisse Wohlfühl-Atmosphäre.

Mehr Angebote in der Betreuung

Sigrun Sauter, 57 Jahre, für den Sozialdienst und das Einzugsmanagement tätig, ist schon seit 15 Jahren dabei. Sie hat inzwischen die Einzüge fast aller Bewohner begleitet. Sie betont, dass heute nicht mehr alles vom Heimleiter abhänge. Geändert habe sich aber ebenso, dass nicht mehr alle Angehörige am Ort seien und somit Absprachen nicht immer im direkten, persönlichen Kontakt getroffen werden könnten. Viele Angehörige seien auch nicht jeden Tag präsent. Teilweise leben auch Bewohner im Haus, die keine Angehörigen haben.  Jeder Bewohner habe heute ein Anrecht auf eine zusätzliche Betreuung. Es gebe immer ausreichend Angebote für alle Formen der Betreuten, auch jene die bettlägrig seien, betont Sauter.

Über den Bundesfreiwilligendienst interessierte Mitarbeiter gewinnen

Florian Kutschke-Käß, 42 Jahre, ist seit 23 Jahren in der Pflege tätig, seit sieben Jahren Heimleiter, meint: "Wir sind heute Weltmeister im Reglementieren. Alles muss rechtssicher sein." Ein Altenzentrum sei ein komplexes System mit immer mehr Spezialisten. "Ich entferne mich zusehends mit meiner Tätigkeit von den Bewohnern", bedauert er ebenso wie Nachbauer. Sein Fokus liege aber weiterhin darauf, dass alle in eine Richtung gehen. Es bedeute jedoch eine große Anstrengung, Mitarbeiter zu finden, die diesen Weg mitgehen wollen. Nach dem Wegfall des Zivildienstes - so ist Florian Kutschke-Käß in die Altenpflege gekommen -  sei der Bundesfreiwilligendienst eine Möglichkeit, dass Interessierte in die Arbeit hineinschnuppern können. Schon einige Mitarbeiterinnen hätten in Heilig Geist so für den Dienst in der Altenpflege gewonnen werden können.

Bei all den Veränderungen ist es ein großes Lob, wenn sowohl die Heimbeiräte Gerhard Will und Anneliese Baumeister, die beide in ihrem Leben schon viel erlebt haben, aber auch die beruflich eingebundenen Kräfte, von einem Zuhause sprechen, wenn es um das Altenheim Heilig Geist in Frankenthal geht.

Einladung zum Sommerfest am Samstag, 7. September 2019, 11 bis 16 Uhr
Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter sowie Interessierte sind eingeladen, im Caritas-Altenzentrum Heilig Geist, Rheinstraße 43, Frankenthal, Sommerfest zu feiern. Beginn ist um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Mit Fassbier und gutem Essen vom Grill von 12 bis 13.30 und Kaffee und Kuchen von 13.30 bis 16 Uhr ist fürs leibliche Wohl gesorgt. Am Keyboard übernimmt Hans Griffaton die musikalische Unterhaltung. Die "Nachtigallen" begleiten die Besucher musikalisch durch verschiedene Städte. Ein kreatives Angebot wird durch zwei Mitarbeiterinnen begleitet.

Das Sommerfest-Programm zum Download

Text und Bilder: Stefan Tresch für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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