URL: www.heiliggeist-cbs-speyer.de/aktuelles/presse/indische-schwestern-seit-fast-30-jahren-in-heilig-geist-4cf4d9c1-a633-4f0a-b51d-b0801b017b4e
Stand: 06.07.2016

Pressemitteilung

Indische Schwestern seit fast 30 Jahren in Heilig Geist

Gruppenbild mit den indischen Ordensschwestern in der Kapelle des Caritas-Altenzentrums Heilig Geist.Gruppenbild in der Kapelle: (von links) Schwester Jessy, Schwester Secy, Schwester Jeanna, Schwester Lucy, Schwester Pushpa und Schwester Theresa. Caritasverband für die Diözese Speyer

Vor 28 Jahren kamen Schwester Lucy und Schwester Secy aus dem indischen Kerala nach Deutschland. Zunächst waren sie in Nordrhein-Westfalen im Einsatz, bevor sie in das damalige Caritas-Altenheim in der Carl-Theodor-Straße kamen.  Als 1994 der Neubau in der Rheinstraße 43 fertiggestellt war, zogen sie mit Bewohnern und den Mitarbeitern in die Rheinstraße um.

Tatsächlich bewohnten sie das neue Gebäude sogar als Erste: "Die Klausur wurde zuerst fertig gestellt, da die Schwestern zu dieser Zeit keine Unterkunft hatten", berichtet  Leiter Florian Kutschke-Käß. Die Schwestern hatten im ehemaligen Pfarrhaus St. Dreifaltigkeit gewohnt, doch das war seinerzeit eingestürzt. "Wir wohnten damals bei unseren Mitschwestern im Konvent im Caritas-Altenzentrum in Deidesheim", erinnern sich Schwester Lucy und Schwester Secy.

Die indischen Schwestern kommen aus dem Herz Jesu-Orden, der in Indien in verschiedenen Provinzen Stützpunkte hat. Einer davon ist in Kerala, aus dem die Ordensschwestern stammen, die in Heilig Geist arbeiten. "Unsere Schwester Oberin hat uns gefragt, was wir davon halten, nach Deutschland zu gehen und ob wir einverstanden wären, dort zu arbeiten", erinnert sich Schwester Secy. Die 57-Jährige war damals ebenso bereit wie ihre Mitschwester Lucy, die heute 64 Jahre alt ist.

Sie hatten seinerzeit mit vier weiteren Ordensschwestern in Heilig Geist gearbeitet, die inzwischen im Ruhestand sind. Sie haben natürlich immer wieder Verstärkung bekommen und sie sind auch heute noch zu sechst:  Schwester Jessy kam 1998 dazu, Schwester Pushpa 2009, Schwester Theresa 2017 und erst vor einem Monat Schwester Jeanna. Die 23-Jährige ist die Jüngste im Bunde: Sie möchte voraussichtlich im kommenden Jahr mit der neuen Ausbildung zur Pflegefachfrau starten. Ihre Mitschwestern wurden zum Teil in Kerala ausgebildet, zum Teil in deutschen Kliniken zu Gesundheits- und Krankenpflegerinnen.  Sie verstärken das Pflegeteam in der Einrichtung und kümmern sich um das Wohl der Bewohner, zu denen sich auch Beziehungen entwickeln. "Wir wohnen ja mit den Bewohnern unter einem Dach -wir sind immer da", bringen es die Ordensschwestern auf den Punkt.

Wie sich die Pflege und auch die Bewohnerstruktur in zweieinhalb Jahrzehnten verändert hat, haben auch die indischen Ordensschwestern miterlebt. Wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Team schätzen sie die Erleichterungen in der Pflege durch technische Hilfsmittel: "Man muss nicht mehr so schwer heben - es gibt jetzt einen Patientenlifter, der die Bewohner aus dem Bett oder der Badewanne hebt", berichtet Schwester Secy stellvertretend für ihre Mitschwestern.  "Auch die Beschäftigung mit den Bewohnern ist mehr geworden", nennt  sie eine weitere Verbesserung im Lauf der vergangenen Jahre. Dass mit der Zeit auch der Zeitaufwand für die Dokumentation der einzelnen Bewohnerdaten zugenommen hat, sei leider ebenfalls eine Entwicklung, die sie eher als negative Veränderung erlebt haben.

Was die Ordensschwestern über die Jahre hinweg begleitet hat: "Wir sind für die Kapelle zuständig."  Sie übernehmen den Blumenschmuck - "entsprechend der Jahreszeit" - und leisten vor den Gottesdiensten den Dienst in der Sakristei. Während der Gottesdienste übernehmen sie die Lesung und die Kommunionausteilung. "Wir helfen auch in der Pfarrei St. Ludwig in Frankenthal aus", berichtet Schwester Secy.

Dass sie trotz aller Tätigkeiten auch einen Ausgleich für die Überstunden bekommen und ihren Urlaub nehmen - darauf achtet der Einrichtungsleiter. In ihrer freien Zeit besuchen die Ordensschwestern Gottesdienste in den Nachbarorten oder fahren ins Caritas-Altenzentrum nach Deidesheim, um ihre Mitschwestern zu treffen. Diese kommen auch des Öfteren zu Besuch nach Frankenthal, freuen sich die Schwestern.

Mit Indien und Kerala fühlen sie sich immer noch verbunden. Schwester Lucy wird - wenn sie im Ruhestand  ist - nach Kerala zurückkehren, sagt sie. Wenn sie möchte, könnte sie auch in Heilig Geist bleiben, bietet ihr Einrichtungsleiter Florian Kutschke-Käß an. Doch der Bezug zum Orden in Kerala ist nach wie vor stark, auch wenn sie nur alle zwei Jahre für jeweils sechs Wochen zu Besuch zurückkehren. "Ein langer Flug", meinen die Schwestern mit einem Lächeln, denn die Strapazen der langen Reise um die halbe Welt nehmen sie gern in Kauf, um wieder einmal bei ihren Mitschwestern zu sein.

Dabei haben sie das Glück, dass sie in Heilig Geist insgesamt sechs Schwestern aus Kerala sind und im Caritas-Altenzentrum  gemeinsam gewissermaßen eine zweite Heimat gefunden haben, zumal auch nur wenige Kilometer entfernt - in Deidesheim - ebenfalls Schwestern aus Kerala im dortigen Caritas-Altenzentrum leben und arbeiten.

"Wir fühlen uns wohl hier", betonen die Ordensschwestern in Heilig Geist einstimmig. Die Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird, spüren sie als Zeichen der Anerkennung. Mit ihren Fragen oder Problemen können sie immer zum Einrichtungsleiter kommen. "Es ist ein tolles Miteinander", bestätigt auch Florian Kutschke-Käß, der weiß, was die Ordensschwestern leisten: "Sie tragen zur Kultur der Gemeinschaft, zum Gemeinschaftsgeist, in unserem Haus bei."

Text und Bild:  Caritasverband für die Diözese Speyer

 

Copyright: © caritas  2019